Der Terminus „
Antike Möbel“ als solcher ist keine feststehende Bezeichnung, die etwa ein genau umrissenes Gebiet aus dem Bereich des Mobiliars abgrenzt, sondern vielmehr ein relativer Begriff, wie etwa der der „Old Timer“. Als Old Timer bezeichnet man schließlich auch jedes Kraftfahrzeug, das – je nach Definition – älter als 20, 25 oder 30 Jahre ist. Genauso werden alte Möbel, die zumeist aus bestimmten Designepochen entstammen, als „antik“ bezeichnet.
Der Terminus „
Antike Möbel“ als solcher ist keine feststehende Bezeichnung, die etwa ein genau umrissenes Gebiet aus dem Bereich des Mobiliars abgrenzt, sondern vielmehr ein relativer Begriff, wie etwa der der „Old Timer“. Als Old Timer bezeichnet man schließlich auch jedes Kraftfahrzeug, das – je nach Definition – älter als 20, 25 oder 30 Jahre ist. Genauso werden alte Möbel, die zumeist aus bestimmten Designepochen entstammen, als „antik“ bezeichnet.
Bei der Definition sollte man jedoch etwas früher ansetzen: Nämlich bei der Frage, was eigentlich Möbel sind. Das Wort selbst leitet sich von dem lateinischen „mobilis“ her, was ungefähr so viel wie „beweglich“ heißt und damit alle beweglichen Güter eines Haushaltes meint – im Gegensatz zu den unbeweglichen Gütern, den Immobilien. Möbel sind generell zweckgebunden und primär über ihre Funktion definiert, die sich umfassend mit „der Lagerung von Menschen, Tieren oder Sachgütern dienlich“ umschreiben lässt. Diese Definition wird zudem noch eingeschränkt durch den Zusatz, dass Möbel normalerweise in sich stabile Körper sind.
Obwohl Stühle, Tische und sonstige Möbel des Außenbereiches ursprünglich nicht in der Definition mit eingeschlossen waren, wurde die Definition schnell vom Inneren des Hauses aus ausgeweitet und umfasst eigentlich auch immer Dinge solcher Art, die primär in der Umgebung eines Hauses Verwendung finden. Damit können also auch Terrassen-, Garten- oder Balkonmöbel gemeint sein, während man alle Textilien oder Bilder aus der Definition ausgeklammert hat. Möbel ist dabei der Plural, Mobiliar der Singular.
Das Wort „antik“ nun verbirgt für gewöhnlich verschiedene Designrichtungen, denen hauptsächlich ihr Alter gemeinsam ist. Im Normalfall wird man, wenn man antike Möbel sucht, Exemplare aus der Zeit des Bauhauses, des Barock – oder genauer: des frühen und mittleren Barock und des Rokoko - der
Art déco, des Biedermeier oder häufig auch des Bauernstils finden.
Obwohl die verschiedenen Stilrichtungen und Epochen in denen die Möbel gefertigt wurden Mobiliar in unterschiedlichster Art und Gestaltung hervorgebracht hat, erlaubt es die zeitliche Distanz zum Heute diese unter einer Kategorie zusammenzufassen. Das Alter stellt dabei auch das eigentliche und wahrscheinlich größte Problem dieser Möbel dar: Schäden und Abnutzungserscheinungen sind häufig und Restaurationen der Möbel zumeist sehr aufwendig und nur von Fachleuten durchzuführen. Letzteres geht darauf zurück, dass ein Restaurateur einerseits fundierte Kenntnisse in verschiedenen Handwerken besitzen muss, um ein Möbelstück wiederherzustellen, so zum Beispiel in Holz- und Metallarbeit, Lackierungen und Textilarbeiten und den Stil der Epoche in Farbgebung und Formgestaltung des Mobiliar genau kopieren können muss. Alles in Allem Arbeiten, die nur von Hand zu erledigen sind.
Trotz, oder wahrscheinlich sogar wegen dieses Aufwandes und der Kostbarkeit des antiken Mobiliars, welche einerseits aus dem Sach-, andererseits aus dem Seltenheitswert resultiert, üben die Antiken Möbel auf viele Menschen eine gewisse Faszination aus und das, obwohl ihre Epochen teils seit über 500 Jahren der Vergangenheit angehören. Wahrscheinlich ist es aber eben jene Synthese aus Kunst, Funktion und Kostbarkeit, die auf die Menschen jenen Reiz des Zeitüberdauernden ausübt.
Autor: Frank Schulz, info[ät]affective.de