Bequeme, pflegeleichte oder gar orthopädische Matratzen waren bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts alles andere als selbstverständlich. Erst in den 1930er Jahren begann man mit der Herstellung von Federkernmatratzen, die für jeden bezahlbar waren.
Bequeme, pflegeleichte oder gar orthopädische Matratzen waren bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts alles andere als selbstverständlich. Die meisten Menschen schliefen auf harten Unterlagen, die mit gefüllten Säcken oder Bodenkissen gepolstert waren. Meist bestand die Füllung aus Naturfasern wie Schilf, Stroh, Heu, Seegras oder Spreu. Federn galten schon als luxuriös. Zusätzlichen Schutz vor Kälte boten Tierhäute oder –felle, die sich einfachere Leute jedoch kaum leisten konnten.
Erst in den 1930er Jahren begann man mit der Herstellung von Federkernmatratzen, die für jeden bezahlbar waren. Die damaligen Modelle bestanden meist aus drei Schichten und mussten häufiger gewendet und gelüftet werden, als die heutigen Modelle. Außerdem war die Verarbeitung von Kunstfasern damals nicht üblich. So war die
Matratze nach längerer Benutzung schneller durchgelegen und zeigte Verschleißerscheinungen am Bezug, der durch die Federn einreißen konnte.
Die heutigen Federkernmatratzen sind einteilig und besser gepolstert als ihre Vorgänger. Je nach Beschaffenheit der Federn sind sie sehr belastbar, langlebig und punktelastisch.
Die Punktelastizität ist das wichtigste Kriterium für einen erholsamen Schlaf und einen gesunden Rücken. Je besser eine Matratze das Körpergewicht abfedert, sich den Schlafpositionen und Bewegungen anpasst und je schneller sie sich bei einem Stellungswechsel in ihre ursprüngliche Form zurück stellt, desto besser ist der Schlaf und desto länger hält die Matratze.
Ob eine
Federkernmatratze besser als eine Latexmatratze ist, lässt sich daher kaum sagen. Die Qualität einer Matratze richtet sich nicht nach ihrem Typus, sondern nach ihrer Verarbeitung. Hinzu kommen individuelle Bedürfnisse. Wer unter Hausstauballergie leidet, findet beispielsweise in einer Latex- oder Kaltschaummatratze gute Alternativen zur Federkernmatratze. Wer bereits unter Rückenschmerzen und Verspannungen leidet, sollte beim Kauf einer Matratze nicht auf Härtegrade achten. Der Härtegrad einer Matratze ist noch kein Anhaltspunkt für die Punktelastizität.
Grundsätzlich gilt: wer nicht nur schmerzfrei, sondern erholsam schlafen möchte, sollte ausreichend Zeit und Geld in die Auswahl der geeigneten Matratze investieren. Qualität hat schließlich ihren Preis.